Review: Dominik McNeder – Luck Keeps us Alive

Als ich gelesen habe das Dominik McNeder für seine Platte (VÖ am 8.03.) noch Blogs sucht die Reviews schreiben wollen dachte ich mir: Kann doch nicht so schwer sein, ich hör viel Musik und geb überall meinen Senf dazu.
Also hab ich mich bei ihm gemeldet und der Gute hat mir gleich eine Cd geschickt, welche für gut eine Woche im Auto auf Dauerschleife durchrannte. Da mein Notebook kein CD Laufwerk hat war das auch die einzige Möglichkeit das Album zu hören – nur war ich irgendwie nie in der Lage meine Gedanken nach der Autofahrt aufzuschreiben. Wenn ich mich dann am Abend hinsetzen wollte um was zu tippen hatte ich einfach keine Ahnung wie ich beginnen soll. Also schnell noch um eine digitale Kopie gefragt und schon war es irgendwie einfacher.
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Erstmal ein paar Anmerkungen zum Künstler, dem Layout und der Produktion:
Dominik McNeder hatte bereits Solo einen Namen in der Salzburger Punk Szene. Nun hat er mit den Gold Corner Basement Jungs (mit Musikern aus Bands wie Two on Glue/Five Minute Fall) seine erste LP aufgenommen und wird in nächster Zeit sicher öfter in Full Band Besetzung auftreten.
Das Album Design ist schön schlicht gehalten: Ein Foto von einem Steg am See, dazu das Bandlogo mit Albumtitel. Das Booklet besteht fast ausschliesslich aus Songtexten, mit Ausnahme vom Opener Song „Needles“ bei dem ein Kinderfoto zu sehen ist, dazu später mehr.
Aufgenommen wurde das Ding mit Christoph Eymannsberger, und das erwähne ich nicht nur weil wir gemeinsam um die 7 Jahre Musik gemacht haben. Durch seine Produktion merkt man, dass der Sound von Dominik McNeder auf dem Album viel definierter klingt als bei den Eps davor, die full Band Formation gibt dem ganzen zusätzlich noch mehr Fülle. Wenn ich dann noch an die ersten Demos von Christoph und mir denke die ich vor kurzem gehört habe und diese mit dem Album „Luck keeps us alive“ vergleiche merkt man wie gut er sich als Producer in den letzten Jahren entwickelt hat. Geheimtipp für heimische Musiker sozusagen.
Zu einzelnen Songs möchte ich noch ein paar Worte schreiben:
Der Opener des Albums und meiner Meinung nach musikalisch der beste Song auf dem Album heisst „Needles“ und behandelt Drogenerfahrungen von Dominiks Bruder sowie den Verlust eines Freundes. Vorallem instrumental find ich den Song fetzig: rhytmische drums und basslines, Tempowechsel und die Tonlage ist gut an seine Stimmlage angepasst. Im Booklet ist zusätzlich noch ein Kindheits Foto – gibt dem ganzen einen persöhnlichen Touch!
Der vierte Song auf der Platte heißt “First Love” und erzählt von seinen ersten Begegnungen mit Rock Musik. Dabei möchte ich besonders “erzählen” betonen, wenn man den Song hört kann man sich richtig reinfühlen. Die angenehme Begleitung von den Gold Corner Basements verstärkt das ganze, wobei man beim Hören fast nostalgisch wird und darüber nachdenkt wie man selbst eigentlich zum Punk Rock oder was auch immer gekommen ist.
Vielleicht liegt es am ganzen Singer/Songwriter Genre, aber manche Phrasen bei dem Song sind mir irgendwie zu cheesy, so werden zB in dem Song des öfteren Künstler wie Bob Dylan oder Guns’n’Roses erwähnt, letztere sogar mehrmals. Klar sind das Musiker die durchaus Inspiration für mehrere Generationen sind, jedoch lasst es den Text irgendwie plump wirken – Vielleicht bin ich aber auch der Einzige dem das auffällt.
Against Me! (and everyone else) ist der sechste Song auf dem Album und beginnt mit einem schnellen folky Riff. Musikalisch erinnert es mich sogar ein bisschen an die Band Against Me! (Intro von „Walking is still Honest”).
Der Text behandelt die Selbstdestruktive Jugend Phase, Alkoholkonsum und Diebstahl. Auch die „Fuck off” und „Anti Alles” Einstellung wie sie zu jeder vernünftigen Jugendrebellion gehört wird beschrieben, Phrasen wie „I found a way to not think about myself too much – I thought it was easier to find someone else that is to blame |…| For all the bullshit that was going on in my life” blieben mir dabei besonders im Kopf hängen.
Gegen Ende des Songs geht der Text dann in eine posi Richtung, die „Gegen-Alles-Rebellion” legt sich. Als Therapie gegen Lebenskrisen empfiehlt der Herr Meggeneder auf Musizieren und Songwriting.
Was mir besonders gefällt ist der Lebensbejahenden Schluss:
Let’s be anti-depressant, anti-reluctant anti-nothing |…| We are pro-life, pro-love, pro-friends |…|
Lyrisch gesehen meiner Meinung der beste Song der Platte!
The Plural of Vinyl is Vinyl – Nummer 7. Eine Worship Hymne für Platten und ähnlich wie First Love ein sehr bildlicher Song den man sich beim anhören richtig gut vorstellen kann. Ich könnte wohl nie einen ganzen Song für Platten schreiben und das obwohl ich sammle, tausche und auf Shows verkaufe. Bei solchen Themen fehlt mir dann irgendwo die Tiefe, sicher sind schön geschriebene Phrasen drinnen aber im Endeffekt ist es “Nur” ein Gegenstand.
Trotzdem merkt man das da eine Leidenschaft ist und der Text wurde mit viel Liebe zum Detail geschrieben.
Die letzten beiden Tracks heißen „Coming Back To You” und “This Guitar” und sind mal etwas weniger Story-lastige Songs. In beiden kommt dann eher mehr die emotionale Empfindung zum Vorschein, so wird beim erstgenannten Song viel über Fernweh gesungen und über das Gefühl wenn man jemanden nach einer Weile wieder sieht. Auch musikalisch wirds bei den letzten Songs  um einiges ruhiger, vorallem das Schlusslicht des Albums mit dem Namen “This Guitar”. Was mir dabei besonders gefällt sind die Chords beim Verse mit dem Tremolo Effekt sowie die Lead Gitarre vor dem letzten Refrain. Auch vom Text blieb einiges gleich beim ersten Hören im Kopf hängen, zB die erste Phrase: “I am not a man of many words, but I write songs, which seems quite absurd.” hat mich irgendwie neugierig auf den restlichen Song gemacht!
Im Großen und Ganzen also ein sehr gelungenes Album, sauber aufgenommen und gut geschrieben auch wenns mir vorkommt als ob es im Singer/Songwriter immer um das selbe geht. Wenn ich darüber nachdenke ist das aber eigentlich in jeder anderen Musikrichtung auch so, ganz egal ob Akustik, Punk oder Metal/Hardcore.
Vielen Dank noch an Dominik fürs CD schicken, wer das Album auf 12” oder CD kaufen will kann das bei http://www.mcnedermusic.com oder auf den Shows!
Wer gern ein Review für seine Platte will kann mir eine Mail schreiben: iknowyoureproud@gmail.com
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